Drei Fragen an Sarah Müller, Musikerin und Moderatorin
Was macht den Reiz des Roten Sofas aus? Das rote Sofa ist für mich wie ein Schmelztiegel spontaner Kultur. Es gibt viele Menschen, die begabt sind, sich aber nicht bewusst einer großen Bühne stellen würden. Beim Stade Sofa können genau diese Menschen – angemeldet oder spontan – den Mut fassen, einfach mal das zu präsentieren, was vielleicht schon lange in ihnen schlummert. Das Besondere daran ist, dass es sowohl für die darbietenden Künstler, für die Zuschauer als auch für mich als Moderator einen persönlichen Moment gibt, der zu einer gemeinsamen Erinnerung wird. Das Stade Sofa hat sich über die Jahre soweit etabliert, sodass es für Menschen ein Anreiz ist, sich in der Außen-Gastronomie am Fischmarkt bewusst für diesen Tag einen Tisch zu buchen und gespannt zu sein auf das, was kommt.
Wie bereitest Du dich auf den Abend vor? Die Vorbereitungen für die Openstage fangen weit vor dem Termin an. E-Mail-Anfragen müssen beantwortet werden, die Nutzungsbedingungen mit den angemeldeten Teilnehmern geklärt werden, Vorlagen für die GEMA Anmeldung erstellt werden, dass Equipment, was an diesem Abend benötigt wird, muss zusammengestellt und verladen werden, die Bühne wird von Freiwilligen von ihrem Stellplatz in die Stadt geschoben und gesichert, Strom muss verlegt werden. Im Nachgang müssen alle Beiträge der GEMA gemeldet werden. Zusätzlich stelle ich mir ein eigenes Musikrepertoire zusammen, um vielleicht entstehende Lücken zu füllen.
Was waren die tollsten Erlebnisse? Ein besonderer Moment ist auf jeden Fall, wenn sich die Gäste am Fischmarkt mitnehmen lassen von der Musik und bekannte Lieder laut mitsingen. Es entsteht ein enormes Gemeinschaftsgefühl, in dem Kultur als Mittelpunkt verbindet. Etwas, das viel häufiger Teil unserer Gemeinschaft sein sollte.
Besondere Darbietungen gab es im Laufe der Zeit mehrere. Zu nennen ist sicherlich das Stader Ukulelen-Orchester. Im gleichen Atemzug möchte ich aber auch eine Dame erwähnen, die schon ihr Leben lang Gedichte schreibt und auf unserer Bühne den Mut fasste, diese erstmals vorzutragen. Musikschüler, die all ihren Mut zusammennehmen und sich öffentlich einem Publikum stellen, erhalten den gleichen verdienten Applaus wie erfahrene Künstler, z.B. Toni Mogens, der schon auf dem Stade Sofa für magische Momente gesorgt hat.
Wenngleich das Stade Sofa eine kleine Bühne ist, so geht jedem Beitrag eine mutige Entscheidung voraus, die regelmäßig zurecht mit großem Applaus belohnt wird. Die schönsten Momente entstehen oft auf den kleinsten Bühnen – und für manche werden daraus größere Bühnen.
