© Elke Loewe

Kunst zur Sommerzeit

50 Jahre Piggeldy und Frederick

Kunsthaus Stade  bis 5. September 2021

Die berühmten sprechenden Trickfilm-Schweine Piggeldy und Frederick werden 2021 bereits 50 Jahre und stammen aus dem Landkreis Stade! Frederick ist der bedachte große Bruder, dem immer etwas einfällt, wenn der kleine Bruder Piggeldy mal wieder etwas von ihm wissen will. „Nichts leichter als das …“, sagt Frederick dann. Es sind kluge Antworten auf knifflige Fragen, wie z. B. „Was ist Faulheit?“, „Wie malt man ein Bild?“ oder auch „Was ist Liebe?“. Die teilweise philosophischen und dabei lustigen Geschichten schrieb Elke Loewe und Dietrich Loewe zeichnete die Schweine und gestaltete die Szenerien. Die Ausstellung untersucht die beiden Figuren und ihre vielfältige Karriere und feiert das Jubiläum. Neben der Präsentation der Illustrationen wird die Entstehung der Filme gezeigt, die Entwicklung der Figuren und Geschichten dargestellt und der Blick darauf gelenkt, warum gute Illlustrationen mehr bieten, als nur das Bebildern von Geschichten.

www.museen-stade.de


„Mien Tuttelduuv“ – Stades Freiluft-Kunst-Ausstellung über den Altstadtgassen

„mien fladdermuus“, „mien pennschieter“oder „mien dusseldassel“ – wer die Stader Altstadt besucht, wird die Flaggen bemerken, die der Kieler Künstler und Dichter Arne Rautenberg an 23 ausgewählten Plätzen angebracht hat. Die von der STADE Marketing und Tourismus GmbH initiierte Wort-Kunst-Kampagne „mien tuttelduuv“ setzt optische Akzente und regt auch zum Nachdenken an im Umgang mit der plattdeutschen Sprache. „Die ist tief in der hanseatischen Geschichte von Stade und im Wesenskern der Stadt verankert“, erklärt Rautenberg, der mit seiner Kunst einen Teil dazu beitragen möchte, dass die Sprache nicht dem Vergessen anheim fällt. Dabei birgt das Plattdeutsche viele Begriffe und Bonmots, die ihren speziellen fröhlich-hintergründigen Charme erst mit der Zeit offenbaren. Als besonders ergiebig erwiesen sich für Rautenberg „warm angehauchte Schimpfworte, denen man allesamt ein großes Herz attestieren muss“. Pennschieter etwa bedeutet Pfennigfuchser und Geizkragen, in Verbindung mit dem Possessivpronomen „mien“ wirkt es dagegen wie ein neckisches Kosewort. So bereichern die Banner das Stadtbild der Hansestadt Stade auch atmosphärisch, entfalten ihren Wortwitz und regen zum Verweilen und Betrachten an. Letzteres funktioniert wunderbar. Schon in den ersten Tagen der Ausstellung gab es viele positive Rückmeldungen und Anfragen zur Ausstellung. Damit das Rätsel um die Bedeutung der Worte aufgelöst werden kann, sind in einem Schaufenster in der Holzstraße sowie in der Tourist-Info am Hafen Informationen zu den Bannerstandorten und den Wortbedeutungen hinterlegt. Außerdem gibt es in der Tourist-Info, im Rathaus und den Geschäften der Altstadt Postkarten mit den Bannermotiven. Der Kieler Schriftsteller Arne Rautenberg, der auch für die „FAZ“ und „Die Zeit“ schreibt, ist für das Projekt in die plattdeutsche Sprache eingetaucht, er wurde 2017 in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung gewählt. Der ausgezeichnete Kunstsammler und Kunsthändler Rik Reinik ist Kurator der besonderen Ausstellung. Die 23 Flaggen sind bis in den Sommer hinein in der Stader Altstadt zu entdecken.

www.stade-tourismus.de


Ausstellung: Blickwinkel

(Hans-Gerhard Meyer und Hans-Hinrich Sievers) 

Kunstpunkt Schleusenhaus, 4. Juli bis 29. August 2021

Im Moor versunkenes Holz verfärbt sich über tausende Jahre dunkelbraun bis schwarz, es verwandelt sich zu „Mooreiche“ Als zufälliger Fund wird es für Hans-Hinrich Sievers zum Ausgangspunkt seiner Skulpturen, die das Leben interpretieren: Viele Welten, viele Sichtweisen, noch mehr Blickwinkel. Sichtweisen und Blickwinkel spiegeln sich auch in der Momente-Malerei von Hans-Gerhard Meyer: Erinnerungen färben ein, sie verändern erlebte Situationen. Manches Beobachtete erinnern wir vermeintlich klar. Andere Blicke auf dieselbe Situation bleiben hintergründig. Gemeinsam geben mehrere Blicke einen längeren Zeitraum wieder: den Moment. 

www.kunstvereinstade.de