Wie Ute Lemper durch die Zeit reist
Mich haben schon viele Stimmen getragen. Ich habe im Rauch der Pariser Varietés der Piaf gehört, bin durch die Berliner Nächte der Dietrich geweht und habe in den Jazz-Clubs von New York gelebt. Ich dachte, ich kenne jede Note dieser Welt. Doch dann begegnete ich ihr: Ute Lemper. Wenn sie die Bühne betritt, vergesse ich glatt mein eigenes Metrum. Sie ist eine echte Zeitreisende, die mühelos zwischen den Jahrzehnten wandelt.
Mit ihrem aktuellen Programm „Time Traveler“ lädt die Künstlerin im STADEUM zu einem Abend ein, der ebenso intim wie mitreißend ist und sich jeder einfachen Kategorie entzieht. Wer glaubt, Ute Lemper schwelge dabei nur in Wehmut, hat nie gehört, wie sie mich und meine Lied-Geschwister zum Leben erweckt. Da ist keine Spur von Selbstmitleid, sondern eine gewaltige Portion Selbstironie. Mit ihrer charakteristischen, geschmeidigen Stimme, die in den tiefen Lagen so unvergleichlich samtig klingt, zaubert sie ein Lächeln auf jedes Gesicht. Witzig und charmant macht sie die rasanten Tanzbewegungen aus Chicago – die ihr einst als Velma Kelly in London und New York Standing Ovations einbrachten – spontan zum langjährigen Erbe ihrer Rückenprobleme. Und als wäre das nicht genug Magie, imitiert sie plötzlich verblüffend echt den Klang einer gedämpften Trompete.
Persönliche Welten, eigene Songs
Ute Lemper zeigt sich hier von einer neuen, sehr persönlichen Seite. Erstmals stehen eigene Songs im Mittelpunkt – Lieder, deren Ursprünge bis ins Jahr 2000 zurückreichen und die nun, gemeinsam mit neuen Kompositionen, das Programm „Time Traveler“ prägen. Es sind Stücke über das Leben selbst: über Sehnsucht, Erinnerungen, Verlust und Hoffnung.
Musikalisch bewegt sich die Reise zwischen Jazz, Pop und Chanson, getragen von einem subtil groovenden Lounge-Sound. Gemeinsam mit ihrer hochkarätig besetzten Band – Schlagzeug, Bass, Klavier – entsteht eine sprühende, fast spürbare Chemie auf der Bühne, in der Lempers Stimme zum Zentrum wird.
Von Berlin bis Buenos Aires
Zwischen den Liedern zieht sie das Publikum mit intimen, hauchzarten Monologen in ihren Bann. Sie nimmt ihr Publikum mit nach Berlin, Paris, New York oder Buenos Aires, lässt Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen und reflektiert die großen Themen unserer Zeit. Unvergesslich bleibt die Geschichte, wie die große Marlene Dietrich höchstpersönlich die damals erst 24-jährige Ute anrief, nachdem man sie in Frankreich als „la nouvelle Marlene“ gefeiert hatte.
Keine Kopie – Ganz und gar sie selbst
Ja, Lemper mag die Geister von Piaf, Dietrich oder Jean Ross (dem Vorbild für Sally Bowles) heraufbeschwören. Aber glauben Sie mir, einem alten Chanson macht man nichts vor: Ute Lemper kopiert niemanden. Ob Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin – und nun auch Singer-Songwriterin: Mit Eleganz und Präsenz füllt sie den Raum und bleibt durch und durch sie selbst. Lassen Sie sich von uns mitnehmen auf diese musikalische Zeitreise. Denn auch wenn dieses Konzert kein klassischer Chanson-Abend ist, werde ich zwischen den Tönen liegen und auf Sie warten.
Tickets
www.stadeum.de
Ute Lemper – Time Traveler
2. Oktober 2026, STADEUM
