© Adobe Stock

Der Notfallplan Gas

Was bedeuten die Warnstufen Frühwarnstufe, Alarmstufe und Notfallstufe?

Um die Gasversorgung in Deutschland zu gewährleisten, hat das Bundeswirtschaftsministerium am 30. März 2022 die erste von drei Hauptkrisenstufen für die derzeitige Krisensituation ausgerufen. So kann die Bundesnetzagentur rechtzeitig auf mögliche Engpässe reagieren. Inzwischen ist die Alarmstufe in Kraft (Stand: August 2022, Redaktionsschluss) getreten.

Zur Erklärung: Die rein physikalisch technische Anbindung an das Energieversorgungsnetz wird über das Netzanschlussverhältnis zwischen Anschlussnehmer und Netzbetreiber geregelt. Die Stadtwerke sind die Netzbetreiber. 

Neben der Frühwarnstufe gibt es mit der Alarmstufe und der Notfallstufe zwei weitere Eskalationsstufen, in denen konkrete Maßnahmen definiert sind, um die Versorgung sicherzustellen.

Die erste, bereits aufgehobene, Frühwarnstufe hatte für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zunächst kaum Auswirkungen. Stattdessen ist ein Krisenteam zusammengetreten, das die aktuelle Lage auf dem Gas-Markt analysiert und bewertet. Für alle Verbraucher – sowohl Privathaushalte als auch Wirtschaftsunternehmen – gilt aber: Der Gasverbrauch sollte „so gut wie möglich“ reduziert werden.

Am 23.06.2022 wurde im nächsten Schritt die Alarmstufe ausgerufen. Grund: Es liegt eine Störung der Gasversorgung und damit eine Verschlechterung der Gasversorgungslage vor. Nicht-marktbasierte Maßnahmen werden jedoch erst dann ergriffen, wenn die Störung nicht bewältigt werden kann. Bis hierhin greift der Staat nicht in die Gasversorgung ein, sondern setzt auf eine eigenständige Regelung des Marktes.

Das ändert sich bei der dritten Eskalationsstufe des Notfallplans Gas, der sogenannten Notfallstufe. Der Staat greift ein, um die Gasversorgung sicherzustellen. 

Was das bedeutet? Die Bundesnetzagentur wird dann zum sogenannten Bundeslastverteiler. Ihr obliegt dann in enger Abstimmung mit den Netzbetreibern, also den Stadtwerken, die Verteilung von Gas. Dabei sind bestimmte Gruppen gesetzlich besonders geschützt, das heißt, sie sind bis zuletzt mit Gas zu versorgen. Zu diesen geschützten Verbrauchern gehören soziale Einrichtungen wie etwa Krankenhäuser, private Haushalte und Anlagen, die auch der Wärmeversorgung dienen. 

Alle Entscheidungen während der Mangellage sind Einzelfallentscheidungen. Ausschlaggebend sind jeweils die Belange und die Bedeutung der betroffenen Akteure. Auch die netztechnische Situation und die bestehenden Gasflüsse werden Teil einer Gesamtabwägung sein. 

Aktuelle Infos:

Auf der Startseite der Bundesnetzagentur und direkt auf www.bundesnetzagentur.de/aktuelle-gasversorgung finden Interessierte täglich Informationen zur „Aktuellen Lage der Gasversorgung“. 

Grafiken zeigen die Gasflüsse aus Russland und die Füllstände der Gasspeicher an. Auch zu den Hintergründen können sich hier Interessierte ganz einfach Wissen aneignen, zum Beispiel zur Rolle der Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler.

Weitere Informationen erhalten Sie im Kundencenter:
Stadtwerke Stade GmbH
Hansestraße 18, 21682 Stade
Telefon (04141) 404 – 400
WhatsApp (04141) 404 – 444
energie@stadtwerke-stade.de
www.stadtwerke-stade.de