Hans Thuar, Blühender Flieder, 1938 (Ausschnitt) © Privatbesitz

After-Home-Office

Virtuelle Führungen im Kunsthaus Stade

Seit November ist das Kunsthaus Stade geschlossen und die Ausstellung Ziemlich beste Freunde. Hans Thuar und August Macke in einen Winterschlaf gefallen. Da die After-Work-Führungen im klassischen Sinne zurzeit nicht möglich sind, öffnen die Museen Stade die Ausstellung auf neuen Wegen für ihr Publikum. Auf Instagram werden mittwochs kostenlos Führungen live aus dem Kunsthaus übertragen. Es ist möglich, ganz nahe an die Werke heranzutreten, in sie einzutauchen und sie geführt durch die Kunstvermittler der Museen Stade eingehend zu betrachten. Um teilzunehmen reicht es, sich bei Instagram mit den Museen Stade zu befreunden. Es ist keine Anmeldung zu den Führungen erforderlich.

Die halbstündigen Gespräche zwischen den Kunstvermittlern Wiebke Etzold und Christoph Peltz sind Teil einer Serie von After-Home-Office-Führungen, die vorerst in drei Teilen alle zwei Wochen stattfinden wird.

10. Februar 2021 | 17.30–18 Uhr | Instagram-Live

Nicht so stille Stillleben
Stillleben stellen leblose Gegenstände dar und strahlen eine vermeintliche Ruhe aus. Wenn Hans Thuar aber Puppen und Spielzeuge in seine Szenen einfügt, meint man dennoch Bewegung und Lebendigkeit erkennen zu können. Das Arrangement der Gegenstände erscheint teilweise sogar wie eine dramatische Bühnenszene, in der es viel zu entdecken gibt.

24. Februar 2021 | 17.30–18 Uhr | Instagram-Live

Maria privat. Religiöse Symbolik bei August Macke und Hans Thuar

So religiös war Thuar eigentlich gar nicht. Dennoch hat er, wie auch August Macke, Szenen aus dem Leben Christi gemalt. Volkskunst und mittelalterliche Darstellungen dienten ihnen als Vorbilder. Auf der Suche nach einer ursprünglichen Spiritualität wurde malerisch experimentiert, eine neue Farbigkeit erprobt und eine Neuinterpretation der Figuren vorgenommen.

10. März 2021 | 17.30–18 Uhr | Instagram-Live

„Ein Kunstwerk muss gut gelogene Natur sein“

Die Expressionist*innen sagten sich frei davon, ein reines Abbild der Wirklichkeit zu schaffen. Sie wollten ihre persönliche Realität darstellen und ihre eigenen Empfindungen auf die Betrachter*innen überspringen lassen. So wird auch die Natur in den Werken zur Projektionsfläche der Emotionen der Künstler*innen, und es findet ein Verzicht auf die räumliche Darstellung zugunsten des Rhythmus der Farben und Formen statt. Es wird gezeigt werden, wie Thuar dieses Ziel in seinen Bildern umsetzte.