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„Theater ist Krise“,

hat der Dramatiker Heiner Müller einmal gesagt.

Er meinte das psychologisch, im Sinne von: Krise macht produktiv. Daran hat sich STADEUM Geschäftsführerin Silvia Stolz erinnert und die Zeit des Stillstands in einem sonst voller Leben gefüllten Haus genutzt. Julia Balzer im Gespräch mit der Intendantin.

Sylvia Stolz © STADEUM Foto Martin Elsen

Frau Stolz, wie fühlen Sie sich in der Krise?

Wir alle vermissen das Miteinander, die Begegnungen, die Wärme und Nähe. Wir vermissen das Klatschen, das Lachen, die Ahs und Ohs, das Getrappel der Füße und das Stimmenwirrwarr im Foyer. Ja sogar das fehlende Husten und Räuspern im Zuschauerraum – häufig auftretend in einem spannenden Moment der Stille während der Aufführung – löst nun ungeahnte Mangelerscheinungen bei uns aus. Die Stille des Hauses, in dem sonst so viel Leben ist, strahlt einen inneren ohrenbetäubenden Lärm aus. 

Das klingt nicht zuversichtlich…

Doch, das müssen wir sein! Das Gute aus der Krise wird es geben und auch eine Zeit danach und so müssen wir doch immer wieder hoffnungsfroh den Blick schärfen auf eine Zeit in der Zukunft, wenngleich wir noch nicht wissen, wann diese beginnt. Wir wollen und müssen vorausschauen in die Spielzeit 2020/2021 und hoffen, dass sie planmäßig beginnt. Sollte eine Veranstaltung aus der kommenden Spielzeit abgesagt werden müssen, so werden wir bei den Veranstaltungen des STADEUM verfahren wie bisher: Unsere Gäste erhalten ihr Geld zurück oder können in eine andere Veranstaltung tauschen oder einen Gutschein erhalten. 

Was erwartet die Zuschauer?

Das Programm wartet mit vielen Highlights, großen Namen, so vielen Veranstaltungen wie noch nie und zahlreichen Neuerungen auf. Auch das Spielzeitheft haben wir einmal komplett überarbeitet und neugestaltet. Das „Wahl Abo“ beinhaltet 55 Veranstaltungen – mehr als jemals zuvor. Das STADEUM gehört übrigens zu einem der wenigen Häuser in Deutschland, das jedes Genre bedient. Darauf sind wir sehr stolz.

Wie sehen die Neuerungen aus?

Es werden Veranstaltungen im Abo erhältlich sein, die vorher nicht im Rahmen eines Abos verfügbar waren, wie zum Beispiel das Konzert von Popsänger Sasha
im Rahmen des Holk Kulturfestivals. Zudem wird es neben den bewährten Genre-Abos neue gemischte Abos geben wie das „Nachmittags Abo“ am Sonntag, das mit Vicky Leandros startet oder die Abos „Moin“, „Moin Moin“ und „Moinsen“, die Abwechslung pur bieten und sich an unterschiedliche Altersgruppen richten. Aus dem „Musical Show Tanz Abo“ wird ein reines „Show Abo“. Was bleibt, ist die Flexibilität eines Abos: Selbst am Veranstaltungsabend kann kostenfrei aus einer Veranstaltung herausgetauscht werden. Außerdem wird es neue Pakete geben.

Was sind das für Pakete?

Jedes Paket beinhaltet drei Vorstellungen. Man kann einen „Abend mit Freunden“ verbringen oder „Familienzeit“ einläuten oder aber sich mit „Liebe“ verlieben. Es gibt Pakete für Krimi- oder Grusel-, Tanz- oder Konzertfans sowie für politisch Interessierte und Genießer. Sie lassen sich übrigens wunderbar verschenken. Und: Die Ermäßigung bei den Paketen beträgt bis zu 30 % – natürlich aber sind die Abonnements mit einer Ermäßigung von bis zu 35 % unschlagbar. 

Es gibt auch ein neues Spielzeitheft…

Ja! Zum ersten Mal veröffentlicht das STADEUM ein Heft, in dem die gesamte Spielzeit und sämtliche Kulturangebote um die Aufführungen herum zusammengefasst sind. Natürlich kommen im Laufe der Spielzeit immer noch neue Termine hinzu. Zusätzlich hat sich auch der Aufbau geändert. Die Veranstaltungen sind nach Genres und Veranstaltungskategorien geordnet. Es gibt zudem eine Übersicht über alle Abos sowie eine Kalenderübersicht. Ist übrigens das STADEUM nicht Veranstalter einer Aufführung, hat es also keinen Einfluss auf die künstlerische Qualität oder den Eintrittspreis,  wird dies auch dort kenntlich gemacht.

Was ist mit dem STADEUM Logo passiert?

Es hat ein Facelift erhalten! Auch an einem Logo nagt nach über 30 Jahren der Zahn der Zeit. Unser neues Logo bringt zum Ausdruck, wo das STADEUM steht: Seine Grundform ist aus einer Windrose entsprungen. Und doch ist es gelungen, diese Grundform mit der Silhouette des STADEUM zu verbinden und so einen Wiedererkennungswert mit der so besonderen Architektur des Hauses zu schaffen. Der Stern, vielleicht der Nordstern, steht für das, was auf der Bühne stattfindet. Da sind natürlich die Stars und Sternchen, aber Kunst und Kultur sollte auch richtungsweisend sein und Orientierung geben. Das neue Logo ist zudem höchst vielfältig und bringt so die Diversität unseres Angebots, aber auch die räumliche Vielfalt unseres Hauses zum Ausdruck. Die einen sehen im Logo die Silhouette, die anderen die Windrose oder einen Kompass. Auch eine Krone, Scheinwerfer, ein Einhorn oder ein Segelboot kann darin gesehen werden.

Frau Stolz, vielen Dank für das Gespräch!