(c) CANDY-WELZ Dimitrij-Schaad

Kino-Star Dimitrij Schaad mit „Five Deleted Messages“

Autor und Regie-Star Falk Richter verarbeitet darin die gesellschaftlichen Folgen des Corona-Lockdowns.

Stade. Gegenwartsdramatik, wie sie aktueller nicht sein könnte: Der europaweit umworbene Autor und Regisseur Falk Richter steuerte für das renommierte Kunstfest Weimar 2020 mit „Five Deleted Messages“ die Uraufführung eines eigenen Textes mit „Känguru-Chroniken“-Star Dimitrij Schaad bei. Das STADEUM hat es geschafft, diese Inszenierung als einziges Gastspiel deutschlandweit am 6. März 2021 exklusiv nach Stade zu holen. Beginn ist 19:45 Uhr.

Es ist das Stück zur Stunde: Schauspieler K. probt für sich die Rolle seines Lebens. Endlich soll er in Weimar Goethes „Faust“ spielen. Doch dann ist Corona und die Vorstellung wird abgesagt. K. ist sich angesichts dieser neuen Situation sicher, dass dahinter nur eine groß angelegte Verschwörung von Thomas Kemmerich und Björn Höcke stecken kann …

Der Mensch allein spät in der Nacht, auf sich selbst und seine Gedanken zurückgeworfen, das ist nicht erst seit Goethes „Faust“ ein gängiges Motiv der Literatur. Man kann die Corona-Krise, aus der Distanz betrachtet, auch als gigantisches Experiment am lebenden modernen Subjekt betrachten. In den Leerlauf des Lockdowns versetzt, wird sich der Mensch der eigenen Endlichkeit bewusst. Dabei steigen Fragen auf: Wie war mein Leben bis hierher, wie soll es in Zukunft sein? Das Experiment findet für jeden individuell und gleichzeitig für alle statt. Es konfrontiert uns mit der Wahrheit über uns selbst und über die Gesellschaft, in die wir nach dieser Nacht zurückkehren.

Das Kunstfest Weimar, 1990 als eine der ersten deutsch-deutschen Kulturinitiativen gegründet, ist Thüringens größtes und bekanntestes Festival für zeitgenössische Künste. Seit 2014 wird es vom Deutschen Nationaltheater Weimar ausgerichtet. Eine Produktion des Kunstfest Weimar 2020

Karten für diesen Pandemie-Monolog kosten zwischen 17 und 33,50 Euro und sind ab sofort erhältlich telefonisch unter 04141/40 91 40, im Internet unter www.stadeum.de sowie bei allen bekannten Stadeum-Vorverkaufsstellen. Sollte die Vorstellung aufgrund der anhaltenden Pandemie nicht stattfinden, wird die Veranstaltung verschoben. Die Karten behalten dann ihre Gültigkeit oder können bei Verhinderung zurückgegeben werden.

Falk Richter (*1969, Hamburg) gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Theaterregisseure und Dramatiker. Seit 1994 arbeitet er an vielen renommierten nationalen und internationalen Bühnen wie u.a. dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Schauspielhaus Zürich, Schauspiel Frankfurt, Schaubühne Berlin, Maxim Gorki Theater, Hamburgische Staatsoper, Nationaltheater Oslo, Toneelgroep Amsterdam, Théâtre National de Bruxelles, Ruhrtriennale, Salzburger Festspiele und dem Festival d’Avignon. Zu seinen bekanntesten und erfolgreichsten Texten gehören GOTT IST EIN DJ, ELECTRONIC CITY, UNTER EIS und TRUST. Seine Stücke, die von hoher Aktualität zeugen, liegen in mehr als 30 Sprachen vor und werden weltweit gespielt. Falk Richter unterrichtet als Gastprofessor Regie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.

Dimitrij Schaad wurde 1985 in Kasachstan geboren. Von 2005 bis 2009 absolvierte er seine Ausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Theaterakademie St. Petersburg. Nach Auftritten an den Münchner Kammerspielen und in Essen war er von 2010 bis 2013 am Schauspielhaus Bochum engagiert. Er arbeitete mit Regisseur*innen wie Roger Vontobel, Sebastian Nübling, Jan Klata, und Jan Neumann zusammen. 2011 wurde er mit dem Bochumer Theaterpreis und beim NRW-Theatertreffen als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Dimitrij Schaad war von 2013-2019 Mitglied des Gorki-Ensembles. 2014 wählten ihn die Kritiker*innen in der Jahresumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Nachwuchsschauspieler des Jahres. 2016 gewann er den Studenten-Oscar für den Film „Invention of Trust“, 2020 war Schaad in der Kino-Verfilmung von Marc-Uwe Klings „Känguru-Chroniken“ als Marc-Uwe zu sehen.