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Lebendige Stadt Stade

… das ist grob zusammengefasst das Ziel des neuen Bürgermeisters Sönke Hartlef, der seit September 2019 im Amt ist und seine Aufgabe in der Nutzung des Potentials unserer Hansestadt sieht. Im Gespräch mit Stader Brise Redakteurin Julia Balzer erläutert er seine Herangehensweise.

Herr Hartlef, was gehört zu den Aufgaben, die Sie mit erster Dringlichkeit anpacken, um Stades Entwicklung weiter voranzutreiben?

Mir ist es als Bürgermeister wichtig zu wissen, welche Themen die Stader Bürgerinnen und Bürger bewegen. So weiß ich aus vielen Gesprächen, dass beispielsweise das Thema Verkehr in der Stadt für viele von großer Bedeutung ist. Diesem Aspekt müssen wir uns annehmen und vorhandene Wege optimieren. Bei Bauvorhaben ist eine gute Infrastruktur elementar wichtig, wie etwa in Riensförde. Vor Fertigstellung des Schul- und Kita-Baus in 2023 muss unter anderem ein gut ausgebauter Radweg vorhanden sein. Die finanziellen Mittel hierfür sind bereits im Rat eingebracht. Außerdem soll eine Nord-Süd und Ost-West Verbindung geschaffen werden, denn viele Wege führen in unser schönes Stader Zentrum und die historische Altstadt.

Was heißt das genau?

Ziel ist es, die Hansestadt Stade zu einer lebendigen Stadt zu machen, in der man gerne lebt, arbeitet und zusammenkommt. Hierfür entwickeln wir gerade ein integriertes Wohn- und Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das sich mit den Themen Mobilität, soziale Infrastruktur, Umwelt und Klima sowie Siedlungs- und Grünflächen beschäftigt und in diesen Bereichen die Stadt zukunftssicher aufstellt.

Können Sie das konkretisieren?

Beim Thema Umwelt sollten wir die Antwort auf die Frage „Was ist uns Klimaschutz wert?“ neu definieren und in all unseren Handlungen diesem wichtigen Aspekt Rechnung tragen. Beim Thema soziale Infrastruktur dürfen wir nicht nur bei der Schaffung von Kita-Plätzen oder bei der Rekrutierung von Kita-Arbeitskräften agieren.

Damit wir handlungsfähig sind, brauchen wir dieses Zukunftskonzept, das eine Analyse über die zu erwartende Altersstruktur oder den Bedarf an Wohnraum bietet. Bei der Rekrutierung von Mitarbeitern für die Kitas planen wir bereits jetzt, Hauswirtschafterinnen als Teilzeitarbeitskräfte einzustellen, die sich um die Vor- und Nachbereitung der Verpflegung kümmern, damit sich die Erzieher*innen um ihre eigentliche Aufgabe, die Betreuung der Kinder, kümmern können. Hiermit erhoffen wir uns, die Attraktivität dieses Berufes zu steigern. An der Bezahlung können wir nichts ändern, aber an der Schaffung besserer Rahmenbedingungen. 

Wer ist an der Zukunftskonzept-Entwicklung beteiligt?

Die Menschen, die in unserer Stadt leben. Sie sitzen nicht nur in der Politik und in der Verwaltung, sondern wir beteiligen auch die Bürger*innen an der Erarbeitung. Wie es beispielsweise schon bei der Platzgestaltung Am Sande getan wurde. Hier wurden tolle Vorschläge von Staderinnen und Stadern eingereicht, von denen viele in die Umsetzung eingebracht werden.

Es ist für uns selbstverständlich, dass wir auch bei der Erstellung des Stadtentwicklungskonzepts die Öffentlichkeit beteiligen werden. Darüber hinaus werden aus der Verwaltung alle Fachbereiche mit einbezogen, so dass alle an einem Tisch sitzen, gemeinsam planen, entwickeln und so der Blick für das große Ganze gelingt. Aber auch externe Experten wie zum Beispiel Umweltverbände werden wir zu Rate ziehen.

Welche Rolle spielen die Ehrenamtlichen von Stade aktuell e. V.?

Auf die jahrzehntelange Erfahrung und die Tatkraft dieser Ehrenamtlichen möchte ich nicht verzichten! Wir arbeiten Hand in Hand weiter, so wie bei dem gerade durchgeführten Shanty-Chor-Festival. Stade aktuell e. V. hat Anfang des Jahres Arbeitsgruppen gebildet (AG Innenstadt / Marketing / Digitalisierung-B2B / Mitglieder, Anm. d. Red.), die ihre Ideen regelmäßig vorstellen werden, um sie auf Machbarkeit und Bezahlbarkeit zu prüfen. Unsere Türen stehen immer offen und wir wünschen uns weiterhin einen regen Austausch.

Wie geht es weiter mit der Stärkung der Stader Innenstadt?

Auch hier spielt Stade aktuell e. V. mit den Arbeitsgruppen eine wichtige Rolle. Gemeinsames Ziel ist es, Stade zu einer Stadt mit einer lebendigen Innenstadt zu entwickeln. Mit der Verbesserung der Parksituation ist die Attraktivität für die Besucher bereits verbessert worden; nachbessern müssen wir noch für die Arbeitnehmer, besonders für die Teilzeitarbeitskräfte, die auf Dauerparkplätze angewiesen sind.

Das integrierte Stadtentwicklungskonzept, das wir gerade erarbeiten, beinhaltet unter anderem die Verbesserung der Ströme in die Innenstadt und die Erhöhung der Verweildauer. Damit werden wichtige Rahmenbedingungen geschaffen. Nun bleibt zu hoffen, dass jeder sein eigenes Kaufverhalten überdenkt, um dem Einkaufserlebnis in der Stadt den Vorzug gegenüber dem Onlinehandel zu geben, der immerhin 30% der Kaufgeschäfte ausmacht.

Ist das ein Appell an die Stader Bürgerinnen und Bürger?

Ja! Auch wenn es manchmal einfach ist, mit einem Klick auf dem Sofa etwas zu kaufen … Aber jeder kann den Einzelhandel in unserer Stadt unterstützen und damit zu einer attraktiven und vielfältigen Innenstadt beitragen. Stade hat es verdient und gibt es her!